Die Hansestadt

Von 1201 bis 1225 herrschten die Dänen in Hamburg. Damals vereinigten sich die beiden Städte zu einer Stadt. Um 1235 legten die Hamburger einen Damm quer durch die Alster, damit stauten sie das Wasser zu einem Mühlenteich. Der Damm erhielt nach dem Müller, Heino Reese, den Namen "Reesedamm". Er ist noch öfter verbreitert worden und heißt heute Jungfernstieg. Der Mühlenteich ist heute noch vorhanden. Es sind die Becken der Außen-und der Binnenalster.
Die Stadt wuchs nach Westen und nach Osten. Im Osten entstand das Kirchspiel St. Jakobi. Hier gab es viele Landhäuser mit Gärten. An der Steinstraße entstanden Ausspanne und Gasthäuser für die Fuhrleute. Der Pferdemarkt war der Marktplatz des neuen Kirchspiels. Er heißt jetzt Gerhart-Hauptmann-Platz.
Zwischen den beiden Städten bauten die Hamburger eine Brücke. Die später nach einem Anwohner die "Trostbrücke" genannt wurde. Neben der Trostbrücke baute die Regierung der Stadt, um 1290, das Rathaus. Am Nikolaifleet, dem Hafen, bauten die Hamburger einen Kran und eine Waage und später auch die Börse. Als der alte Kran nicht mehr genügte, errichteten sie einen neuen auf der Insel Cremon (Straßenname).
Die Hamburger schützten sich gegen Feinde durch eine Mauer. (Lange- und Kurze Mühren, bei den Mühren). Der alte Wall lag im Westen. Mehrere Tore führten ins Freie: Alstertor, Spitalertor, Steintor, Niederntor, Winzertor,Brooktor,Schaltor,Schaartor,Ellern-oder Millerntor,und Dammtor. Später wurde die Befestigung verbessert. Vor dem alten Wall bauten sie den neuen Wall. Auf dem Grasbrook und vor der Stadtmauer legten sie einen Wall und einen Graben an. Neben dem Dammtor errichteten sie einen Turm, den "Isern Hinnerk".
Dies war die Stadt der "Hanse Zeit".Die"Hanse" war ursprünglich, seit 1358, eine Vereinigung deutscher Kaufleute in der Fremde . Daraus entstand ein Bund norddeutsche Städte. Hamburg gehörte mit Lübeck, Bremen, Wismar, Rostock, Stralsund, Greifswalde und Lüneburg seit 1377 zur "Hanse".

Hansekogge
Hansekogge
Die Hamburger fuhren mit Koggen auf der Nord-und Ostsee. Sie führten Waren ein und aus, am meisten das Hamburger Bier, denn in fast jedem Haus wurde Bier gebraut . Dadurch entstand die Brauerzunft, die Straßennamen: Hopfenmarkt und Brauerknechtsgraben zeugen noch davon.
Die Kaufleute fuhren auch mit Planwagen von Hamburg nach Lübeck. Dieser Handel wurde durch Räuber gestört. Darum richteten die Hamburger und Lübecker einem Geleitdienst ein. Sie kauften auch einige Dörfer auf. So sind schon damals die "Walddörfer" Hamburgisch geworden.
Der "Hansebund erlosch 1669. Nur Hamburg, Lübeck und Bremen setzten die Tradition der "Hanse"fort.

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Die Festung

Kurz vor dem 30.jährigen Krieg(1618-1648) erneuerten die Hamburger ihre Festung.Von 1616 bis 1625 führten sie das Werk aus. Es wurden tiefe Gräben und hohe Wälle im Kreis um die Stadt angelegt. 22 Bastionen und 11Ravelings(Halbmonde) verstärkten den Wall. Auf den Bastionen wurden Wachhäuser und 167 Pulvermagazine errichtet. Im Jahr 1642 standen auf den Wällen 167 und im Zeughaus (Zeughausmarkt) 128 eiserne und bronzene Kanonen.

Steintor um 1600
Das Steintor um 1600 mit den Kirchtürmen
Zur Bewachung der Festung hielt die Stadt 2-3000 Mann. Die Reiter der Bewachung trugen eiserne Rüstungen. Durch den Wall führten verschiedene Tore ins Freie: das Steintor, das Deichtor, das Brooktor, das Sandtor, das Niederhafentor, das Millerntor, das Dammtor.
Die Heere Tillys und Wallensteins wagten nicht, die starke Festung anzugreifen.-Am 22.10.1648 ging der 30.jährige Krieg zu ende. Deutschland war ein Trümmerhaufen, nur Hamburg stand unversehrt da.
Zwischen dem Festungswall und dem Neuen Wall lag das Eichholz. Dieses Gebiet war ein freier Platz. Nach dem 30.jährigen Krieg siedelten sich viele Flüchtlinge dort an. Besonders Handwerker und Arbeiter. Reiche Hamburger legten Gärten mit Teichen und Springbrunnen an. So entstand die "Neustadt". Sie erhielt auch einen Marktplatz, den "Großneumarkt". Vom alten Millerntor, genannt Ellerntorbrücke, führte der Alte Steinweg zum Markt hin.
Auf der Reeperbahn waren die Reepschläger, die Taue anfertigten. In der Neustadt entstand auch eine Kapelle. An dieser Stelle errichtete man später die Kleine Michaeliskirche. Bald reichte sie nicht mehr aus, da bauten sie die Große Michaeliskirche.
Immer mehr Menschen kamen nach Hamburg, 1680 zählte Hamburg schon 80 000 Menschen. Der Platz innerhalb der Festung reichte fast nicht mehr aus. So mußten sie die großen und schönen Gärten mit Häusern bebauen, besonders im Michaelis-und Jakobi Kirchspiel. Dadurch entstanden die engen Höfe und schmalen Gänge, das sogenannte"Gängeviertel". Dort wohnten aber nicht etwa nur Arme, sondern auch wohlhabende Kaufleute. Ende des 18.Jahrhunderts hatte Hamburg bereits 130 000 Einwohner.
Die Hamburger bauten einen Wall von der Alster bis zur Bille, denn sie fürchteten, daß ein feind von den Höhen Borgfeldes in die Stadt schießen könnte. Dieses hieß das"Neue Werk". Das Lübecker.und Berliner Tor führten hindurch. Weiter nach Osten lag noch eine alte schwächere Verteidigungslinie, die"Landwehr". Auf der rechten Alsterseite wurde 1682 ein starkes Festungswerk, die"Sternschanze" erbaut. Im Jahre 1686 rückte ein dänisches Heer heran um Hamburg zu erobern. Sie konnten aber die Sternschanze nicht nehmen und zogen wieder ab, als der Große Kurfürst von Brandenburg und der Herzog von Braunschweig-Lüneburg, Hambur zur Hilfe kamen.
Die Festung 1626
Die Festung 1626

Von Kirchen und Klöstern

Der Dom war die älteste Kirche Hamburgs (zuerst aus Holz in der Hammaburg). Aus diesem Dom entstand durch Anbauten eine große Kirche mit fünf Schiffen und sieben Eingängen. 1358 erhielt er, als erste Kirche Hamburgs, eine Orgel. Im Dom und seiner Umgebung wurde der Weihnachtsmarkt abgehalten. Nachdem man ihn 1806 abbrach, wurde der Weihnachtsmarkt auf den Gänsemarkt, Spielbudenplatz und die Reeperbahn verlegt, ab 1881 auf das Heiligengeistfeld. Er heißt immer noch der "Dom". So gehen die Hamburger heute noch zum"DOM"(Volksfest) obwohl es gar keinen Dom mehr gibt.
Die zweite Hamburger Kirche war St. Petri (erzbischöfliche Stadt). Anfang des 12.Jahrhunderts wurde sie als Marktkirche erbaut. Beim Hamburger Brand wurde sie vernichtet aber wieder aufgebaut. Im zweiten Weltkrieg wurde das Kirchenschiff schwer beschädigt, es wurde aber auch wieder aufgebaut. Die Petrikirche steht heute noch.
St. Nikolai wurde an Stelle der Kapelle der gräflichen Stadt errichtet.Sie hatte seit 1384 mehrere, verschiedene Turmspitzen. 1384 bekam sie eine Stundenglocke mit Räderschlagwerk und 1484 eine Turmuhr,die erste in Hamburg. Beim großen Hamburger Brand ist die Kirche mit verbrannt. Sie wurde in heutiger gestalt von 1846 bis 1863 neu erbaut, der Turm 1874. Er ist mit 147 Metern der höchste der Hamburger Türme. Im zweiten Weltkrieg wurde die Nikolaikirche ausgebombt, der Turm brannte nur aus, aber blieb sonst erhalten. In den fünfziger Jahren sollte der Turm abgerissen werden und die Kirche am Klosterstern neu erstehen. Eine neue Kirche ist am Klosterstern gebaut worden,der alte Nikolaiturm aber, blieb als Mahnmal stehen.
St. Katharinen wurde 1230 auf der Insel Grimm erbaut und wurde der Mittelpunkt des reichen Kaufmannsviertels. Im Jahre 1658 erhielt die Katharinenkirche ihre goldene Krone. Sie war eine Stiftung des Senators Hermann Rentzel. Die Sage erzählt, sie sei aus dem Goldschatz des Seeräubers,Klaus Störtebeker, gefertigt worden.
Die St. Jakobikirche wurde 1250 erbaut. Der Jakobiturm erhielt als erster in Hamburg einen Blitzableiter, vielleicht überhaupt den ersten auf dem Festland Europas.
Von 1649-61 wurde St. Michaelis erbaut. 1750 brannte die Kirche infolge eines Blitzschlages ab. Der Baumeister Sonnin baute sie 1751-62 wieder auf. 1906 brannte sie wieder ab. Nach Sonnins Plänen baute man sie erneut auf. 1753 bekam der Michel eine Orgel. Nach dem zweiten Brand wurde am 19.10.1912 eine neue Orgel eingeweiht, die mit 12 173 Pfeifen eine der größten Orgeln der Welt war.

Hamburg hatte nun fünf Kirchenspiele. man machte darauf einen Vers; der die Bewohner besonders charakterisierte:

St,Petri de Rieken,
Nikolai desglieken,
Katharinen de Sturen,
Jakobi de Buren,
Michaeli de Armen,
dat mag woll Gott erbarmen.

Als sich Hamburg am 28.04.1528 endgültig zu Luther bekannte, wurden alle Kirchen evangelisch.

Graf Adolf IV. hatte Maria-Magdalena versprochen, wenn er die Schlacht gegen die Dänen bei Bornhöved gewinnt, würde er ihr zu Ehren ein Kloster bauen. Er gewann die Schlacht und hielt sein Versprechen. In dieses Kloster trat Graf Adolf selbst als Mönch ein. Der Platz des Klosterkirchhofs heißt heute noch Adolphsplatz. Die Adolphsbrücke und der Mönkedamm erinnert auch noch an Adolf und die Mönche.
Als Graf Adolf Mönch geworden war, schenkte er seiner Gemahlin Heilwig den Bauernhof "Herwardeshude". Er lag an der Grenze von Altona, wo der Pepermöhlenbek in die Elbe floß, Heilwig machte daraus ein Nonnenkloster. Die Elbe überschwemmte oft das Land, und die Nonnen hatten Angst vor Seeräubern, darum verlegten sie ihr Kloster an die obere Alster. Ihr neues Kloster behielt den alten Namen "Herwardeshude". Heute heißt der Stadtteil "Harvestehude", und die Namen Heilwigstr., Klosterstern, Nonnenstieg, Jungfrauental usw. erinnern noch an dieses Kloster.
Es gab auch noch das"Heiligen-Geist-Hospital". Dieses Hospital erhielt vonfrommen Leuten viel Land und Geld geschenkt. Ihm gehörte Land in Eilbek, Horn, Ochsenwerder und das ganze Dorf Barmbek. das "Heiligengeistfeld" gehörte ihm auch. Es war früher viel größer als jetzt. Es reichte bis nach Kohlhöfen und dem Großneumarkt.

Altona

Altona war ursprünglich ein kleines Fischerdorf. Die Sage erzählt, daß sie den Hamburgern"all too nah" wohnten. Daher soll der Name "Altona" stammen.
Um 1500 war ein teil der Holländer vom katholischen Glauben abgefallen. Man nannte sie Reformierte. Diese geflohenen nahm Hamburg gerne auf, denn die Holländer waren tüchtige Handwerker und Kaufleute. Als aber immer mehr kamen fürchteten die hamburger Kaufleute und Handwerker den Wettbewerb. Die holländischen Flüchtlinge gingen deshalb nach Altona und nach dem alten Dorf Ottensen. Hier bauten sie ihre Häuser in Reihen, eins an das andere (Holländische Reihe). Noch heute benutzen wir Wörter,die von den Holländern stammen z.B. Tonbank, Kai, Leuwagen,Feul, Kientje, Baas und Klöben.

In Altona siedelten sich auch Mennoniten, Quäker und Juden an. So wohnten und arbeiteten in Altona vor 400 Jahren Lutheraner, Reformierte, Katholiken, Mennoniten, Quäker und Juden friedlich nebeneinander. In anderen Städten war das nicht möglich,weil sie wegen ihres Glaubens verfolgt wurden.
Im Jahre 1664 erklärte der dänische König Altona zur "Stadt". Er verlieh ihr ein Wappen,es zeigt ein offenes Tor. Das Wappen hat einen tiefen Sinn. Altona gehörte früher zu Dänemark, 1713 wurde es von den Schweden eingeäschert, dadurch entstand in Altona und Hamburg eine Pestepidemie. Dies war die letzte Pestepidemie in Nordeuropa.
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