Von der Torsperre und dem Bürgermilitär.

Das letzte Tor in Hamburg war das 1852 eröffnete Holstentor. 1836 wurden die Tore um 11Uhr abends geschlossen und nicht vor Sonnenaufgang geöffnet. Vorher wurden sie sogar schon bei Sonnenuntergang geschlossen. Keiner der Bewohner konnte nach Torschluß die Stadt verlassen und auch nicht betreten. Wer doch noch spät durch`s Tor wollte, mußte Wegegeld bezahlen. Der Straßenname "Sechslingspforte" erinnert noch daran.

altes millerntor
altes Millerntor  und
Millerntor heute
das Millerntor heute (1956)

Am 31.12.1860 wurde die Torsperre endgültig aufgehoben und die Schlagbäume fielen. Die letzten, noch jetzt erhaltenen Wachhäuser, sind das 1815 erbaute am Millerntor und das 1818 erbaute in der Großen Allee.
Seit 1815 hatten die Hamburger das "Bürgermilitär". Diese hatten auch Wache bei den Toren. Mein Ur-Ur-Großvater war auch beim Bürgermilitär, als Prämier-Major und Kommandant.(Original Dokumente hier)

Buergermilitaer
Das Bürgermilitär
Dieses Militär bestand bis 1868, es wurde abgelöst von dem Infanterieregiment 76. Den Krieg gegen Frankreich 1870/ 71 machte dieses Regiment mit. Bei Loigny erfochten sie einen Sieg, danach wurde der Platz am Dammtor "Loignyplatz" benannt. Im ersten Weltkrieg war das Regiment auch dabei, es wurde fast völlig aufgerieben. Man setzte ihnen zu Ehren ein Denkmal am Dammtor.

Kleine Hamburger Geschichten.

Kampf zwischen den Hamburgern und Altonaern.

Die Hamburger und Altonaer Buttjes verprügelten sich gerne. Dieses verprügeln war aber nicht etwa ernst sondern Spiel, wenn es auch oft sehr ausartete, denn sie schlugen sogar mit Holzlatten aufeinander ein. Bei diesen Schlachten waren immer einige, die aufpaßten. Wenn sie sich auf der Hamburger Seite schlugen und ein Hamburger Schutzmann kam, dann riefen die Aufpasser:"Wahr schau, de Uhl kümmt!"dann hielt die Schlägerei für einige Zeit auf und Altonaer und Hamburger liefen auf die Altonaer Seite, dahin durfte der Hamburger Schutzmann nämlich nicht. War der Schutzmann dann wieder weg, ging die Schlacht weiter. Waren alle auf der Altonaer Seite und ein Schutzmann kam, dann liefen alle auf die Hamburger Seite, dann konnte der Altonaer Schutzmann ihnen nichts tun. Dieses war noch Ende des 19.Jahrhunderts so.

De Elf Steiht.

Früher waren die Winter viel kälter als heute, dann fror die Elbe so zu, daß eine dicke Eisschicht darauf war. Man baute Buden, Zelte und Karussells darauf auf. in den Buden konnte man Würstchen und warme Getränke bekommen. Es war fast wie auf dem heutigen Dom, oder auf der Alster wenn diese mal zugefroren ist. Heute friert die Elbe hier bei uns nicht mehr so fest zu, darum kann man es sich auch kaum vorstellen, daß man damals sogar Schlittschuh darauf laufen konnte.

Der Burstah.

Wißt ihr woher der Name "Burstah" kommen soll? Als in alten Zeiten die Bauern gegen die Städter kämpften, kamen die Bauern mit Sensen, Forken und Dreschflegeln. Sie waren schon ziemlich weit eingedrungen, aber die Städter stürmten ihnen entgegen und riefen:"Bur stah", und von der Stelle ab schlugen sie die Bauern zurück. Darum heißt es noch "Burstah".

In Wahrheit ist eine der Hamburger Ur-Straßen der "Großer Burstah" schon im 14.Jahrhundert als "Bei dem Burstah" belegt.Sie geht zurück auf den ältesten, die untere Alster stauenden Mühlendamm der Stadt. Er entstand am Ende des 12.Jahrhunderts.
Die Silbe "bur" bedeutet "Bauer" oder "Bürger", "stah" oder "stat" soviel wie "Ufer" oder "Gestade". Der Große Burstah ist also ein Bürgerufer, auf dem selbide vermutlich nicht ohne Stolz entlanggingen.

Der Fleetenkieker.

Was ist wohl ein Fleetenkieker? Urspr. wurden die Mitglieder und Mitarbeiter der Düpekommission, (Verantwortlich für eine genügende Wassertiefe) die sich u.a. um die Reinhaltung der Fleete kümmerte, amtlich Fleetenkieker genannt. Später ging die Bezeichnung auf private Abfallsammler über, die vorwiegend bei Ebbe und Trockenheit den Grund der Fleete nach Verwertbarem absuchten. Mit langen Seestiefeln, die bis zu den Oberschenkeln gingen und einem langen Haken, so stapften sie durch den Schlick. Fleetenkieker gehörten wie "Hummel"zu den Hamburger Typen und waren in früheren Zeiten nicht wegzudenken.

Neben unserem bekanntesten Hamburger Original dem "Hummel", gab es noch zwei andere Originale,
es waren der "Aalweber"und die "Zitronenjette".

zurück      Inhalt      nächste seite