Vom Postverkehr

Zuerst wurde die Post mit Postkutschen befördert, was sehr langsam ging. Später, als es dann die Eisenbahn gab, ging die Postbeförderung schon schneller. Hamburg baute 1843 ein Posthaus in der Poststraße. 1908 wurde im alten Posthaus das Weltwirtschaftsarchiv eröffnet.
Zum Postverkehr gehörte auch der Telegraphenverkehr, der 1868 eingeführt wurde. Der erste Fernsprechverkehr in Hamburg wurde 1881 eingerichtet. Im Jahr 1924 bekam Hamburg den Rundfunk, er hieß damals die "Norag",(Norddeutsche Rundfunk AG).
Durch Caspar Voght wurde 1788 die Armenanstalt eingerichtet. Das gab Veranlassung die Straßen mit Namensschildern und die Häuser mit Nummern zu versehen, um den Armenpflegern das Auffinden ihrer Pfleglinge zu erleichtern. Die durchlaufende Nummerirrung wurde aber erst 1833 / 34 eingeführt. Durch diese Einrichtung konnte man später auch die Post leichter austragen, vorher mußte man nämlich die Post von der Postkutsche abholen und hinbringen.
Briefkästen gab es erst seit 1865, vorübergehend schon von 1835-38

Schulwesen

Nach der ersten Domschule, wurde das Johanneum, die bekannteste Hamburger Schule, am 24.5.1529 eröffnet. 1751 wurde die erste Staatsbibliothek im Johanneum, die erste öffentliche Bücherhalle 1899 an den Kohlhöfen eingerichtet.
In der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts gab es neben der Lateinschule des Johanneums nur Privatschulen für Kinder bemittelter Eltern. Seit 1683 gab es Kirchen-und Stiftsschulen, Armenschulen seit 1623. Erst im Jahr 1877 mußten alle Kinder vom 6. bis 14. Lebensjahr die Schule besuchen, es wurde Pflicht.
1825 gründete Johann Wilhelm Rautenberg die erste Sonntagsschule in Hamburg.
Johann Heinrich Wichern (1808-1881) gründete 1833 das "Raue Haus" in Horn (es hieß ursprünglich "Ruges Hus" und wurde fälschlich übersetzt in "Raues Haus". Dieses war ein Erziehungsheim für Jugendliche und eine Schule. Die Wichernschule ist heute noch bekannt und soll, da sie im Weltkrieg zerstört wurde, wieder aufgebaut werden.
Das erste Werk-und Zuchthaus entstand nach Holländischen Muster 1619. Die Mittel hierfür wurden durch eine Lotterie, die erste in Hamburg, aufgebracht.
Die Hamburger Universität ist noch ziemlich jung, aber das Universitäts-Krankenhaus Eppendorf besteht schon seit 1889.

Geistiges und kulturelles Leben in Hamburg.

Die Gebrüder Borchard gründeten 1491 die erste Buchdruckerei in Hamburg. Die älteste Zeitung in Hamburg war die von 1616-1630 erscheinende "Wöchentliche Zeitung" von Johann Meyer. Die erste eigentliche Zeitung im modernen Sinn war der 1673 gegründete "Relations-Courier", das älteste Anzeigenblatt Deutschlands. Es bestand bis 1811. Die erste Ausgabe des "Neuen Hamburgischen Adreßbuches" erschien 1787.
Matthias Claudius, der von 1740-1815 lebte, übernahm 1771 den "Wandsbeker Boten" und zählte Goethe, Herder, Lessing u.a. bedeutende Männer zu seinen Mitarbeitern. Claudius war sehr beliebt, er schrieb auch das Abendlied "Der Mond ist aufgegangen".
1770 kam Klopstock nach Hamburg. 1803 wurde er auf dem Ottensener Friedhof, unter der "Klopstocklinde" beigesetzt. Gotthold Ephraim Lessing erlebte 1767 im Schauspielhaus, als Dramaturg, seine Erstaufführung der "Minna von Barnhelm".
Im Jahre 1678 eröffnete man den Opernhof am Gänsemarkt. Dieser bestand bis 1738. Händel war eine Zeitlang als Geiger im Opernorchester. Staatsoper Hamburg Dann baute man das "Neue Theater" in der Dammtorstraße, seit 1827 war es das Stadttheater. Seit 1933 hieß es die "Hamburgische Staatsoper", sie ist, nachdem die Oper im zweiten Weltkrieg total zerstört wurde, jetzt wieder neu errichtet worden.
Der Dichter Gustav Frenssen, lebte von 1863-1945 und war zeitweise in Blankenese ansässig. Seine bekanntesten Werke sind u.a. "Jörn Uhl" und "Hilligenlei".
Ein Dichter Hamburger Humors und Volkstums war Ludwig Jürgens. Seine bekanntesten Bücher sind:"Stadt im Seewind", "Kehrwieder" usw.
Fritz Reuter und Klaus Groth waren Mitte des 19.Jahrhunderts als Heimatdichter in Plattdeutscher Sprache bekannt. Auch Fritz Stavenhagen gehörte dazu, er schrieb u.a. das Buch "Mutter Mews".

Unser bekannter Schriftsteller "Gorch Fock" kam aus Finkenwerder und hieß eigentlich Johann Wilhelm Kinau. Geb. 1880 starb er am 31.5.1916 in der Seeschlacht vor dem Skagerak. Der Sohn eines Schiffers, schuf nach zahlreichen hoch-und plattdeutschen Kurzgeschichten und Gedichten mit seinem 1913 veröffentlichten Roman "Seefahrt tut not!", dessen Titel zum Schlagwort wurde, sein bedeutendstes Werk. Das Pseudonym des Dichters wurde Name von zwei Segelschulschiffen der dt.Marine; 1933 lief die erste Dreimastbark vom Stapel, 1958 die zweite, die heutige "Gorch Fock".
Im St.Pauli-Theater (Ernst Drucker Theater) und Ohnsorg-Theater werden hauptsächlich Stücke in "Plattdeutsch" und "Missingsch" gespielt.
Auch zwei bekannte Komponisten waren Söhne der Stadt. Es waren Johannes Brahms (1833-1897) und Felix Mendelssohn-Bartholdy. Ihre Geburtshäuser wurden im zweiten Weltkrieg völlig zerstört.
Die Musikhalle wurde im Jahre 1908 erbaut.
In Wandsbek wohnte der Graf Schimmelman. Bei ihm wohnte "Jacobi", der von den Franzosen aus seinem Haus in Düsseldorf vertrieben wurde. Zu Weihnachten des Jahres 1796 lud er sich mehrere Freunde ein, darunter befanden sich: Der Buchhändler Perthes, die beiden Grafen Stollberg, Matthias Claudius und der greise Dichter Klopstock. Als sie am Weihnachtsabend in das Zimmer traten, erblickten sie einen mit Kerzen und vergoldeten Äpfeln geschmückten Tannenbaum. So führte der Gelehrte Jacobi in Hamburg die schöne Sitte ein, Weihnachten einen Tannenbaum zu schmücken.

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