Rathaus b.Nacht
Das Rathaus im Lichterglanz

Der erste Weltkrieg.

Hamburg war eine aufblühende Stadt geworden. Aber rund hundert Jahre nach der Franzosen Zeit kam wieder ein schwerer Krieg. Es war der erste Weltkrieg von 1914-1918. Die Stadt selbst wurde nicht davon betroffen, aber 40 000 Söhne der Stadt ließen dabei ihr Leben. Es wurde ihnen 1932 ein Ehrenmal an der "Kleinen Alster" gesetzt.
Im November 1918 wurde der Krieg durch eine Revolution beendet.
Durch diesen Krieg kam 1923 eine Inflation. Für einen Brief, der heute 1 DM kostet, bezahlte man damals 100 000Briefmarke Mark. Die Arbeiter und Angestellten bekamen jeden Abend ihre Löhne und Gehälter ausgezahlt. Am Abend konnten sie für dieses Geld vielleicht noch ein Brot bekommen, am anderen Morgen aber nur noch ein Brötchen. Das war für alle eine schwere Zeit und viele Geschäftsleute gingen dabei kaputt.

Chilehaus
Chilehaus

Groß-Hamburg.

Hamburg baute jetzt auch Hochhäuser. Der Hamburger Kaufmann, Henry Slomann, hatte viele Jahre in Chile gelebt. In den Jahren 1921 bis 1924 ließ er von dem Baumeister, Fritz Höger, das Chile Haus bauen. Fritz Höger baute gemeinsam mit den Brüdern Gerson den Sprinkenhof, dazu wurden 6 Millionen Ziegelsteine verwendet. Der Bau hat 3131 Fenster und 52 000 qm Nutzfläche. 6 000 Menschen arbeiteten in diesem damals größten Kontor Haus Europas. Er baute noch viele andere Kontor Häuser in Hamburgs Innenstadt. Im Jahre 1038 vereinigte Hamburg sich mit den Städten Altona, Bergedorf, Wilhelmsburg, Harburg und mehreren kleinen Orten zu einer einzigen Stadt. So entstand "Groß-Hamburg".

Die Bombennächte von 1943

Der Aufstieg Hamburgs sollte aber nicht so bleiben. Im September 1939 begann der zweite Weltkrieg. In diesem Krieg wurde Hamburg nicht verschont. Rund 100 Jahre nach dem "großen Brand" sanken große Teile Hamburgs, was Generationen mit Liebe und Fleiß, unter Opfern geschaffen hatten, in Schutt und Asche. Die drei Bombennächte vom 24. zum 25., 26. zum 27., und 29. zum 30. Juli 1943 brachten schwere Opfer in Hamburg: Eimsbüttel, Hammerbrook, Rothenburgsort, Veddel, Hamm, Horn, Eilbek und Barmbek wurden fast ganz zerstört. Auch die übrigen Stadtteile erlitten schweren Schaden

Roedingsmarkt 1945 Moenkebergstr. 1944
Johannisbollwerk 1945 Ballindamm 1944
Fotos Hugo Schmidt, 1956 in Hbg 36 Poststr.14-16
Sprengbomben zerbrachen die Häuser. Brennender Phosphor regnete vom Himmel. Die Häuser brannten reihenweise aus. Die Feuerwehren der ganzen weiten Umgebung eilten zur Hilfe, aber sie waren machtlos. Das Feuer entfachte einen gewaltigen Sturmwind, er trieb die Flammen immer weiter. Den Menschen ging der Sauerstoff aus, sie erstickten und verbrannten. Daß der Tag angebrochen war und die Sonne schien, merkte niemand. Eine schwere Qualmwolke verfinsterte den Himmel und dicker Sott färbte Häuser, Bäume und Sträucher schwarz, selbst in Bad Oldesloe (42 Km weg) war dicker Sott.

Wenn im ganzen ersten Weltkrieg 40 000 Männer starben, so gingen allein in den drei Bombennächten 42 000 Menschen zugrunde.

55 000 Menschen starben insgesamt durch Luftangriffe in Hamburg. Auf dem Ohldorfer Friedhof erinnert ein Mahnmal an die unschuldigen Opfer dieses grausamen Krieges. Im Mai 1945 mußte Deutschland kapitulieren.

Nach dem Krieg erlebte Hamburg wieder eine Besetzung. Jetzt aber durch die Engländer und wir nahmen englische Worte in unseren Wortschatz auf. Zuerst waren es Holländische Worte, dann Französische, wie z.B.: Rollo, Bureau=Büro, Comtoir=Kontor usw. und jetzt englische wie City, Camping, stop, Ticket usw. die in unsere Sprache einflossen.

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